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Bertha | Chinaski's Poetic Trash
16
Jul 11

Bertha

Category: Mein Story Scheiss |

Vince saß allein in seinem Wohnzimmer, es war späte Nacht und Vince nicht mehr nüchtern.
Er nippte gelangweilt an seinem Scotch, die leise Musik aus dem Radio rieselte langsam durch seinen Kopf ohne wirklich hängen zu bleiben.
Die Luft war stickig, Vince hatte selten ein Fenster offen, blaue Rauchschwaden zogen durch den Raum.
Vince stand auf, aus einem für ihn unerklärlichen Grund ging er zur Balkontür, öffnete sie und trat hinaus in die kühle Nacht.

Es war verhältnismäßig still auf dem Autobahnzubringer direkt unter ihm, ein Bus näherte sich der Haltestelle die direkt unter seinem Balkon lag.
Der Bus hielt, und Sekunden Sspäter war er auch schon wieder im Dunkel der Nacht verschwunden,
Zurück blieb nur ein krumm gebeugtes Etwas, das im entferntesten an einen Menschen erinnerte.
Vince sah genauer hin, es schien eine alte Frau zu sein, einen Rollator vor sich her schiebend trippelte sie langsam los.
Minuten später war sie schon 15 Meter weiter.

An der Ampel hielt sie an, und wartete auf Grün obwohl nicht ein Auto auf der Straße zu sehen war.
Es wurde Grün, die Alte trippelte los.
Bis sie die Verkehrsinsel in der Mitte der Straße erreichte wechselte die Fußgängerampel 2 mal von Grün auf Rot.
An der kleinen Bordsteinkante der Verkehrsinsel blieb sie mit ihrem Rollator hängen.
Sie zerrte, schob, zog doch alles vergebens, sie bekam das Ding nicht über die 2 Zentimeter hohe Kante.

Vince nahm einen kleinen Schluck von seinem Scotch, leicht amüsiert über das Schauspiel das sich ihm da bot.
Da kippte die Alte mitsamt Rollator seitlich weg und fiel hin.
Da saß sie nun, die Beine auf der Fahrbahn und man konnte sehen das sie alleine nicht mehr hoch kam.
Vince stellte sein Glas auf den kleinen Tisch den er auf dem Balkon stehen hatte.

“ Brauchen sie Hilfe “ rief er.
Keine Antwort.
Vince fluchte kurz, bevor er ins Wohnzimmer ging, sich Schuhe anzog, den Haustürschlüssel griff und mit schnellen Schritten seine Wohnung verließ um der Alten auf zu helfen
Es waren nur wenige Meter, da stand er auch schon neben ihr.
“ Komm Mütterchen, ich helf dir hoch, du kannst doch da nicht sitzen bleiben “ sagte Vince, die Alte drehte den Kopf und sah ihn an.
Das Gesicht war von Falten zerfurcht, die Augen trüb und man konnte sehen das die Alte schon einiges durchgemacht hatte in ihrem Leben.

Vince fasste sie sanft am Arm, und versuchte sie hoch zu ziehen.
Da schüttelte die Alte den Kopf.
“ Lass nur Junge, ich bleib hier öfter hängen, eine kleine Pause wird mir gut tun “
Sie griff in die Tasche die an ihrem Rollator hing, zog eine Flasche Wodka heraus, guten Stoff, kein Billigzeug.
Sie schraubte die Flasche auf, nahm einen kräftigen Schluck und hielt Vince dann die Flasche hin.
Auch er gönnte sich einen kräftigen Hieb, und gab ihr die Flasche wieder.

Dann musste Vince laut lachen, setzte sich neben die Alte auf den kalten Boden und sah sie an.
Beide tranken abwechseln bis die Flasche leer war.
Plötzlich hielt direkt vor ihnen ein Auto, blaues Licht blinkte auf und schon standen die Bullen vor ihnen.
Der eine eher klein, schon ausgeprägte Glatzenbildung, dafür einen Bauch der sich sehen lassen konnte.
Der andere hager, tief liegende Augen und eine Hakennase, in den gelben Fingern eine halb gerauchte Zigarette.

“ Die könnten echt aus einem schlechten Film sein “ sagte Vince, und die Alte lachte laut auf.
Vince zog lässig seine Zigaretten aus der Jackentasche, steckte sich eine in den Mund und bat um Feuer.
“ Ich geb dir gleich Feuer, hier alte Frauen auf den Boden zu zerren und womöglich auch noch aus zu rauben “ keifte die Hakennase
Der Dicke stand nur daneben, sein Kopf wurde rot und seine wulstigen Lippen pressten sich fest aufeinander.

Da stand die Alte auf, sah die beiden Polizisten an und spuckte vor ihnen auf den Boden.
“ Seht zu das ihr weiter kommt, sonst setzt das gleich was, der Junge wollte mir helfen und ich hab ihn halt auf einen Drink eingeladen “
Sie zog Vince am Arm hoch, klopfte ihm auf die Schulter und tätschelte ihm die Wange.
“ Ich bin Bertha, ich wohn da drüben in dem kleinen Haus, wenn du mal wieder Durst hast, komm rüber und wir heben einen, ich hab immer guten Stoff da “

Dann drehte sie sich um, und trippelte weiter ihren Weg.
Die Polizisten starrten ihr so verdattert nach das Vince die Gelegenheit ergriff und in die andere Richtung wegging,
durch den schmalen Weg ums Haus herum zur Haustür.
Er schloss auf, machte kein Licht an und hetzte die Treppe hoch..
Erst als er die Wohnungstür hinter sich schloss atmete er auf, Bullen hatten ihm gerade noch gefehlt.

Er machte das Licht aus und trat im Dunkeln wieder auf seinen Balkon.
Der Streifenwagen stand immer noch da, das Blaulicht an und die 2 Bullen starrten ins Leere,
denn von Bertha war auf der Straße nichts zu sehen.
Vince schenkte sich einen Scotch nach, und ging zurück auf den Balkon, die Bullen waren verschwunden.

Er blickte hinüber zu dem Haus auf das Bertha gezeigt hatte, in einem Fenster brannte noch Licht aber es war niemand zu sehen.
Vince seufzte leise, ging ins Wohnzimmer und schloss die Balkontür hinter sich.
Er ließ sich auf seinen Stuhl fallen und grinste.

Auf der anderen Straßenseite saß Bertha ihrem Polstersessel, einen frischen Drink in der Hand und lächelte stumm vor sich hin.

“ Wenn ich den Knackarsch ein paar Jahre früher getroffen hätte…. “


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